Stützmauer-Rechner

Berechnen Sie Beton-Stützmauern, erforderliche Einbindetiefe, hydrostatischen 30-cm-Schotterdrainagekeil, Fundamentgräben und Geogitter-Bewehrungsstufen.

Baurechner
Professionelle Stützmauer-Berechnungs-Engine

Mauerabmessungen

Mauerstein-Spezifikationen

Gründung & Hinterfüllung

Gründungsmaterial
Bauvorschriften-Warnung

Die Gesamthöhe übersteigt 1,2 m (4,0 ft). Nach DIN 1054 / Eurocode 7 sind Geogitter-Bewehrungen und ein bauaufsichtlicher Standsicherheitsnachweis vorgeschrieben.

Erforderliche Geogitter-Lagen:2 Lagen
Mindesteinbindelänge im Boden:1.20 m

Leistungsverzeichnis & Materialauszug (BOM)

Gesamtbedarf Steine (+5% Verschnitt)+5% Verschnitt
158 Stk
Exakte Steinanzahl: 150 Stk (25/Schicht × 6 Schichten)
Geschätzte EuropalettenStandard 60 Stück/Palette
3 Paletten
2 Paletten + 38 Stk (Volle Paletten + lose Steine)
Hydrostatischer Drainagekeil (30cm)
3.60 m³
≈ 5.76 Tonnen gewaschener 16/32mm Schotter
Gelochtes Drainage-Rohr & Geotextil-Trennvlies
10.00 m
Geotextil-Trennvlies: 19.8 m²
Graben-Fundament (2x Breite × 15cm)Verdichtetes Schotter-Planum
0.60 m³≈ 1.08 Tonnen
Grabenabmessungen: 0.4m Breite × 0.15m Tiefe × 10.0m Länge
Verlegen Sie das gelochte Drainagerohr stets mit den Schlitzreihen nach unten auf einem 5 cm verdichteten Schotterbett mit mindestens 1% Gefälle zu einem Vorfluter.

Dynamischer Technischer Querschnitt

H_tot: 1.20 m (6 Schichten)
Sichtbare Höhe
1.00 m
Einbindetiefe
0.20 m
30 cm Drainage
30 cm (0.30 m)
Fundament 2× Breite
0.4 m
Tipp: Drehen Sie das Smartphone ins Querformat für eine vergrößerte Detailansicht.
GEOGITTER: L=1.20 m▼ ±0.00Anstehender Boden1.00 m0.20 m30 cm DrainageFundament 2× Breite (0.4m)
Sichtbarer Mauerstein
Eingebundener Gründungsstein
30cm Drainageschicht Schotter
Drainagerohr gelocht (DN100)
Geogitter-Bewehrungslagen

Bedienungsanleitung für den Stützmauer- & Böschungsmauer-Rechner

Ingenieurtechnische Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Berechnung von Mauersteinen, Einbindetiefe, Drainagekies, Geogittern und Materiallisten

1

Mauermaße & Einheitensystem festlegen

Wählen Sie zwischen Metrisch (m, cm, t) und Imperial (ft, in, ton). Geben Sie die sichtbare Mauerhöhe und die gesamte Mauerlänge entlang der Böschung ein.

2

Steintyp & Steinmaße auswählen

Wählen Sie aus Standard-Steintypen: Hohlblockstein (40×20×20 cm), Verbund-Stützwandstein SRW (40×25×15 cm), Schwerlast-Jumboblock (45×30×20 cm), Gartenstein (30×20×15 cm) oder individuelle Maße.

3

Fundament & Einbindetiefe konfigurieren

Das Tool ermittelt die statisch erforderliche Einbindetiefe (mindestens 10 % der Gesamthöhe bzw. 1 volle Steinreihe im Erdreich). Wählen Sie Schottertragschicht (15 cm) oder Magerbetonfundament (C12/15).

4

Drainageschotter & Drainageleitung festlegen

Wählen Sie 20 mm Brechschotter oder 25 mm gewaschenen Rundkies für den 30 cm breiten Drainagekeil hinter der Mauer zur Verhinderung von hydrostatischem Staudruck, kombiniert mit gelochtem Drainrohr.

5

Grenzwerte prüfen & Geogitter-Bewehrungsplan auditieren

Prüfen Sie den Sicherheitsstatus. Bei Gesamthöhen über 1,2 m (4 ft) wird ein Geogitter-Bewehrungsplan aktiviert (Lagenanzahl, Einbindelänge ins Erdreich und Genehmigungshinweise).

6

Materialauszug (BOM) prüfen & Spezifikation kopieren

Prüfen Sie Steinbedarf (+5 % Verschnitt), Schotter-Tonnage, Drainagekies, Drainagerohrlänge und Geotextil-Vliesfläche. Klicken Sie auf „Spezifikation kopieren“ für den Baustoffhandel.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Fachwissen aus dem Garten- und Tiefbau zu Höhenbegrenzungen, Erddruck, Geogittern, Frostschutz und Hinterfüllung

Q:Warum erfordern Stützmauern ab 1,20 Metern Höhe Geogitter und statische Berechnungen?

Stützmauern wirken als Schwergewichtsmauern gegen den aktiven Erddruck. Bis 1,20 m reicht das Eigengewicht in Verbindung mit dem Mauerrücksprung meist aus. Darüber hinaus steigen die Kipp- und Gleitkräfte exponentiell an; Bauordnungen verlangen statische Berechnungen und Geogitter (hochzugfeste Kunststoffgitter, die horizontal in den Hang eingebaut werden), um den Erdkörper als Verbundstützkörper zu stabilisieren.

Q:Warum muss die unterste Steinreihe im Boden eingegraben (eingebunden) werden?

Das Einbinden der untersten Steinreihe (Einbindetiefe) verhindert das horizontale Abscheren und Weggleiten der Mauer auf dem Fundament. Der Erdwiderstand vor den eingegrabenen Steinen blockiert die Mauer. Als Grundregel gilt eine Einbindetiefe von mindestens 10 % der Gesamtmauerhöhe (mindestens eine volle Steinreihe von 15 bis 20 cm bei ebenem Gelände, mehr bei abfallendem Vorgelände).

Q:Was ist die häufigste Ursache für das Versagen von Stützmauern und wie schützt Drainage?

Hydrostatischer Wasserdruck ist für über 80 % aller Mauereinstürze verantwortlich. Wassergesättigter Boden drückt mit mehr als dem doppelten Gewicht gegen die Wand. Eine fachgerechte Drainage – bestehend aus einer mindestens 30 cm breiten Schotterpackung hinter der Mauer, einem Drainagerohr mit Gefälle und einem Filtervlies gegen Verschlämmung – leitet Sickerwasser drucklos ab.

Q:Warum wird für das Fundament gebrochener Schotter statt runder Kies verwendet?

Gebrochener Schotter mit Nullanteilen (z. B. Mineralbeton 0/32 mm) verzahnt sich beim maschinellen Rütteln zu einer hochbelastbaren, unverschieblichen Tragschicht. Runder Rollkies hingegen wirkt wie ein Kugellager und lässt sich nicht verfestigen, was zu ungleichmäßigem Setzen und gefährlicher Vorneigung der Mauer führt.

Q:Welchen statischen Nutzen hat der Mauerrücksprung (Anlauf / Neigung)?

Ein Rücksprung (Mauerneigung zum Hang von 3° bis 10° bzw. 1 bis 2 cm Versatz pro Steinreihe) verschiebt den Schwerpunkt der Mauer nach hinten in Richtung Erdreich. Dadurch wirkt die Schwerkraft dem Kippmoment des Erddrucks aktiv entgegen, was die Kippsicherheit der Konstruktion vervielfacht.

Q:Welche Funktion erfüllt das Vlies (Geotextil) hinter der Stützmauer?

Das Vlies dient als Trenn- und Filterschicht. Zwischen dem anstehenden Erdboden und dem Sickerschotter eingebaut, lässt es Wasser ungehindert durchtreten, hält aber feine Bodenpartikel (Schluff, Ton) zurück. So wird verhindert, dass die Drainagepackung verschlammt und ihre Entwässerungsfunktion verliert.

Geotechnische & Mauerwerks-Berechnungsgleichungen
Einbindetiefe
$$ H_{\text{eingeb}} = \max\left(H_{\text{stein}}, \left\lceil \frac{H_{\text{sicht}} \times 0.10}{H_{\text{stein}}} \right\rceil \times H_{\text{stein}}\right) $$
Gesamtbedarf Steine
$$ N_{\text{steine}} = \left\lceil \left\lceil \frac{L}{L_{\text{stein}}} \right\rceil \times \frac{H_{\text{gesamt}}}{H_{\text{stein}}} \times 1.05 \right\rceil $$
Drainagevolumen Schotter
$$ V_{\text{drain}} = L \times H_{\text{gesamt}} \times 0.30\text{ m}^3 $$
Fundamentvolumen
$$ V_{\text{fund}} = L \times (2 \times W_{\text{stein}}) \times 0.15\text{ m}^3 $$

Variablen:

  • H_sicht, H_gesamt: Sichtbare Höhe und statische Gesamthöhe (m).
  • H_eingeb: Einbindetiefe unter Geländeoberkante (m).
  • L: Gesamtlänge der Stützmauer (m).
  • L_stein, W_stein, H_stein: Abmessungen der Mauersteine (m).
  • 1.05 Faktor: Pauschaler Verschnittzuschlag von 5%.
  • 0.30 m: Mindestbreite des vertikalen Dränagekörpers.
  • 0.15 m: Mindeststärke des verdichteten Schotterplanums.

Was ist Stützmauer-Rechner?

Berechnen Sie Stützmauern aus Betonhohlblöcken, die obligatorische Einbindetiefe des Fundaments, die 30 cm starke hydrostatische Kiesdrainage, Schottertragschichten und Warnungen zur Geogitter-Bewehrung. Diese Softwarelösung ist unerlässlich für den professionellen Tiefbau und den anspruchsvollen Landschaftsbau. Sie berechnet nicht nur das sichtbare Mauerwerk, sondern fokussiert sich auf die verborgene Statik. Das System ermittelt exakt, wie viel frostsicherer Schotter für das Fundament benötigt wird, um Setzungen durch Bodenverschiebungen bei Minustemperaturen zu verhindern.

Praktisches Berechnungsbeispiel

Ein Bauingenieur in Bayern plant die Hangsicherung für eine neue Alpenstraße. Er gibt die Parameter für eine lange Stützmauer ein und wählt den Standard-Hohlblockstein. Das System berechnet sofort die Stückliste des Bauunternehmers und zeigt an, dass exakt drei kommerzielle Paletten benötigt werden. Um den massiven Wasserdruck durch die Schneeschmelze zu bewältigen, achtet der Ingenieur besonders auf den Dynamischen Technischen Querschnitt, der ihm genau zeigt, wie das Drainagevlies und das perforierte Drainagerohr in der 30 cm breiten Schotterschicht positioniert werden müssen, um Auswaschungen zu vermeiden.

Technische Referenzzonen

Konstruktionselement Statische Funktion Praktische Ausführung
Eingebundene Gründungsreihe Gleit- & Kippsicherheit Mindestens 10% der sichtbaren Höhe (min. 1 Stein) unter GOK einbinden, um passiven Erddruck zu mobilisieren.
Hydrostatischer Drainagekeil Entwässerung & Druckentlastung 30 cm Schicht aus gewaschenem Grobschotter (16/32 mm) mit Drainagerohr am Fuß zur schnellen Wasserabführung.
Fundament-Planum (Schotterbett) Lastverteilung in den Baugrund Verdichteter Schotter oder Magerbeton, doppelt so breit wie die Steinbreite und 15 cm stark.
Geogitter-Bewehrung Kunststoffbewehrte Erde (KBE) Ab 1,2 m Gesamthöhe zwingend erforderlich, um Mauersteine mit dem Erdkörper kraftschlüssig zu verankern.

Geschichte und Ursprung

Der Bau von Stützmauern hat in Deutschland eine lange Tradition, beginnend bei den massiven Befestigungsanlagen des Mittelalters bis hin zum landwirtschaftlichen Terrassenbau an den Steilhängen der Mosel. Mit dem rasanten Ausbau der deutschen Autobahnen im 20. Jahrhundert wurden die Normen für Stützwände stark verschärft, was die genaue Berechnung von Erddruck, Wasserdruck und Frostfreigrenzen zu einer absoluten Notwendigkeit für jeden Bauingenieur machte.